Donnerstag, 15. September 2016

Sichtbare Lasereinrichtungen, Linienlaser oder Laseranzeige Klasse 1 ?


Immer wieder erhalte ich die Anfrage nach einem Linienlaser oder aber einer anderen Laserpositionierhilfe für die Laserklasse 1. Dazu möchte ich in meinem heutigen Blog kurz Stellung beziehen.

Eine Lasereinrichtung der Klasse 1 würde besagen, dass so gut wie kein Laserlicht beim Werker, Benutzer oder Bediener, ankommt und somit eine direkte Bestrahlung mittels Laserlicht ausgeschlossen ist. Natürlich kann prinzipiell eine Lasereinrichtung derart aufgebaut werden, dass bei Betrachter Laserklasse 1 herrscht, dies hängt aber im Wesentlichen von den baulichen Maßnahmen am Arbeitsplatz ab. Per Se gibt es keinen "Linienlaser der Klasse 1", sondern nur eine Lasereinrichtung, die mittels geeigneter Maßnahmen in die Klasse 1 eingestuft werden darf. Ein Beispiel:

An einem Arbeitsplatz soll ein Linienlaser der Ursprungsklasse 3B (>5mW) eine Anlegekante markieren. Diese Anlegekante liegt mitten auf dem Arbeitstisch. Es wird ein Linienlaser oder Kreuzlaser so installiert, dass ein Werker oder Nutzer unter normalen Umständen nicht direkt in die Laserstrahlung schauen kann, sondern lediglich auf die diffuse Abbildung auf dem Arbeitsplatz selbst. Die reflektierte Strahlung, die am Auge des Betrachters ankommt, ist nahezu Null, also so gut wie nicht messbar. In diesem Fall dürften wir die Lasereinrichtung in die Laserklasse 1 spezifizieren.

Anderes Beispiel, NICHT Laser Klasse 1, jedoch Klasse 2

Der selbe Arbeitsplatz wie vor beschrieben. Der Linienlaser wird relativ hoch montiert und strahlt auf den Arbeitsplatz. Der Werker könnte in den direkten Strahl blicken, ohne jedoch Strahlung über dem sogenannten "MZB" (Maximal Zulässiger Bestrahlungswert) ausgesetzt zu werden. Wie der etwaige MZB zu ermitteln ist, habe ich bereits in einem anderen Beitrag beschrieben. In diesem Falle wäre die Lasereinrichtung nach Klasse 2 zu spezifizieren, was auch vollständig zulässig ist, ohne grössere Massnahmen oder gar einen Laserschutzbeauftragten einsetzen zu müssen.

Laserpositionierhilfe mittels Laserprojektor


Die selben Prinzipien gelten auch für eine Laserpositionierhilfe mittels eines Laserprojektors, wie z.B. der ILP 622 von MediaLas.

Laserpositionierhilfe und Laserinformationsanzeige anhand verschiedener Werkstücke

Solange ein Werker oder Benutzer nicht von direkter Laserstrahlung getroffen werden kann, und die diffuse Reflektion im nicht-messbaren Bereich liegt, ist die Lasereinrichtung nach Laserklasse 1 einzustufen. Dies wäre z.B. bei den o.a. Fotobeispielen der Fall.

Für qualifizierte Stellungnahmen und Sicherheitseinschätzungen an Ihrer Maschine oder Lasereinrichtung dürfen Sie mich gerne kontaktieren.

In einem meiner nächsten Blogs werde ich nochmals näher auf die Lasergefährdung durch abgelenkte Strahlung (Projektion) eingehen.

Linienlaser in der Übersicht