Donnerstag, 26. Mai 2016

Linienlaser - Lasereinrichtung oder Lasergerät?

Immer wieder - es geht um optimalen Einsatz bei maximaler Sicherheit! 


Einen Linienlaser in einer gewerblichen Maschine einzusetzen ist nicht schwer. Unsere Module, Kits oder Fertiggeräte machen es sehr einfach, eine Laserlinie oder eine andere Art von Visualisierung an einem Arbeitstisch, Arbeitsplatte oder Maschine anzubringen. www.lasershop.de Mit verschiedenen Laserfarben und vielen passenden Halterungen findet sich nahezu für jeden Einsatzzweck das richtige Lasergerät.

Haben Sie sich einmal entschieden, mit unseren Linienlasern zu arbeiten, so keimt sofort der Gedanke auf: Wie erreiche ich die geforderte Lasersicherheit? Wir wollen auf keinen Fall Sie oder einen Ihrer Mitarbeiter gefährden, noch irgendwelche Besucher in der Unsicherheit lassen, dass hier vielleicht eine Gefährdung auftreten könnte. Wenn Sie meinen Blog lesen, dann erhalten Sie bereits die meisten Informationen, wie gefahrlos so ein Laser sein kann und wie Sie eventuell Gefährungen ausschalten. Das ist nämlich relativ einfach.

Linienlaser Modul mit roter Laserlinie
Linienlaser Modul für rote Laserlinie

Ein Linienlaser als "Lasereinrichtung" 

Bei den Sicherheitsbewertungen zu Lasern unterscheiden wir prinzipiell zwischen:
  • Lasergeräte
  • Lasereinrichtungen
Beides beinhaltet natürlich einen Laser mit einer bestimmten Leistung, aber unterscheidet sich drastisch in der Risikobewertung und Einstufung in eine Laserklasse. Während das Lasergerät in jegliche Klasse eingestuft werden könnte, üblicherweise Klasse 2, 3R, 3B oder 4, muss die Lasereinrichtung immer in Klasse 2 oder sogar Klasse 1 eingestuft werden, wobei Klasse 1 zusätzlich erklärungsbedürftig ist. Aber auch darauf werde ich hier eingehen.

Als "Lasergerät" bezeichnen wir das Laserstrahlung aussendende Gerät, an dem der erste Austrittspunkt von der zu betrachtenden Laserstrahlung sitzt. Bei unseren Linienlasern z.B. wäre dies die Linienoptik. Nach dieser Optik tritt eine konzentrierte Laserstrahlung aus, die ohne Zweifel in so gut wie allen Fällen gefährlich sein kann. Wäre ein Betrachter in der Lage, mit seinem Auge direkt an diesen Laseraustritt zu gelangen, so wäre mit grosser Sicherheit ein Augenschaden wahrscheinlich. Dies wollen wir vermeiden.

Als "Lasereinrichtung" bezeichnen wir die gesamte Bauvorrichtung, in der ein Lasermodul, ein Linienlaser, ein Kreuzlaser oder auch ein Laserprojektor montiert, angebaut und in Betrieb genommen wird. Einfachstes Beispiel: Eine Abkantbank. Auf das abzukantende Blech soll eine Laserlinie aufgebracht werden, die die Position der Kante anzeigt. Hier wird somit die Abkantbank bzw. die Maschine zur "Lasereinrichtung", da ein Lasergerät montiert wird und irgendwo auf dieser Maschine hin strahlt und eine Laserlinie darstellt.

Zur Risikobewertung nach OStrV bzw. EN 60825-1 muss nun die gesamte Lasereinrichtung herangezogen werden, da die einfache Bewertung eines Lasergerätes nicht ausreicht, um eine Gefährungsklasse zu definieren. Bei korrektem Einbau kann selbst ein 100mW Linienlaser, als Lasergerät in Klasse 3B eingestuft, zur völlig sicheren Lasereinrichtung der Klasse 2 werden.

Leider wird dieses Bewertungsverfahren oft nicht korrekt angewendet und der Sicherheitsbeauftragte nimmt lediglich eine vereinfachte Einstufung anhand der Leistung des Lasergerätes vor. Dies ist nicht korrekt.

www.linienlaser.biz

Linienlaser, Kreuzlaser und Lasersicherheit

Eine Kurzeinleitung zum sicheren Umgang mit leistungsstarken Linienlasern und Kreuzlasern im gewerblichen Bereich.


Durch meine jahrelange Arbeit im Bereich Lasersicherheit sowie meine regelmässigen Weiterbildungsveranstaltungen als Referent für Lasersicherheit ist es mir ein grosses Anliegen, Lasergeräte wie Linienlaser oder Kreuzlaser, die für die Visualisierung am Arbeitsplatz eingesetzt werden, die Gefährlichkeit zu nehmen und das Sicherheitsbewusstsein zu fördern. Es ist wirklich nicht schwierig, auch leistungsstarke Laser mit 100mW sicher im Sinne der Unfallschutz-Verordnungen zu betreiben, da Linienlaser seit 2015 mit Erscheinen der TROS als sogenannte "ausgedehnte Quellen" betrachtet werden dürfen, was faktisch auch richtig ist. Die bisherige, einheitliche Betrachtung als reguläre Laserquellen ist aufgrund der starken Winkelausdehnung im Gegensatz zu Punktlaser Modulen eigentlich falsch, denn Linienlaser erzeugen auf der Netzhaut keinen Spot, sondern ein rechteckige Abbildung, die die spezifische Leistung am Auftreffpunkt deutlich verringert.

Sicherheit mit Linienlaser

Meine Wenigkeit

Mein Name ist Dirk Baur, ich bin der Geschäftsführer der Fa. MediaLas Electronics, sowie Referent und Ausbilder für Lasersicherheit und Laserschutzbeauftragte. Auf meinem Blog werde ich Ihnen in der nächsten Zeit ein paar wichtige Informationen bezüglich den aktuellen Vorschriften und Verordnungen näher bringen. Diese haben sich in den letzten Jahren deutlich verbessert und wurden genauer definiert, was sich in der OStRv und den TROS wiederspiegelt. Seit 1996 gebe ich sowohl in Eigenregie als auch in Auftrage Seminare und Weiterbildungen zur Erlangung der Sachkenntnis zum Laserschutz beauftragten. Dies kann auch bei Ihnen direkt in Ihren eigenen Räumlichkeiten geschehen. Anfragen und Buchungen über die Kontaktseite unseres Online Shops www.lasershop.de oder aber über www.medialas.de


Lasersicherheit und Laserleistungen bei Linienlasern

Prinzipiell gilt er mal - je mehr Leistung ein Laser hat, desto heller wird er, gleichzeitig steigt aber auch das Risiko einer Lasergefährdung für den Werker bzw. Betrachter der Laserlinie. Es gilt immer, eine Gefährdung bzw. einen möglichen Unfall mit dem Resultat einer Schädigung des Auges schon im Vorfeld zu verhindern. Dies lässt sich mit sehr einfachen Mitteln bei nahezu allen unseren Linienlasern erreichen. Die oft gehörte, statische Meinung, dass nur Linienlaser mit 1mW (manche sagen auch 5mW) zulässig sind, ist falsch. Ich zeige Ihnen in meinem Blog auf, warum das so ist.

Grüner Linienlaser für helle Laserlinie


Montag, 9. Mai 2016

Linienlaser, Lasersicherheit und die neue OStrV

Linienlaser - Lasersicherheit - Vorschriften und Normen für Laser


Seit fast 20 Jahren referiere ich nun als Ausbilder in Sachen Lasersicherheit. 20 Jahre, in denen sich vieles verändert hat. 20 Jahre, in denen viel passiert ist. Und 20 Jahre, nach denen ich sagen kann: ausnahmsweise wurde mal etwas eindeutig verbessert.

Es geht um die Lasersicherheit im industriellen Bereich, vor allem in Bezug auf sichtbare Laser wie Linienlaser, Kreuzlaser oder Punktlaser. "Noch" möchte ich Laserprojektoren hier ausklammern, denn ein Laserprojektor ist im Gegensatz zu den o.a. Lasertypen mit einer Ablenkeinrichtung ausgestattet, die einen einzelnen Laserstrahl bewegt und somit während einer Netzhautexposition sogenannte "Einzelimpulse" also auch eine "Impulsfolge" erzeugt, welche im Wesentlichen anders zu behandeln ist als die Exposition mittels Dauerstrahllaser, wie eben Linienlaser oder Kreuzlaser zu bezeichnen sind. Hier wird die Darstellungsform, nämlich die Laserlinie, mittels einer festen Optik erzeugt und nicht mittels einer dynamischen Ablenkeinrichtung. Ein grosser Unterschied!

Bereits in den 70er Jahren erschien der Vorgänger der EN 60825-1, der Norm für die "Sicherheit von Lasereinrichtungen" , nämlich die DIN 57836, die im Jahre 1986 in die VDE 0837 umgewandelt wurde. Seit 1993 ist diese VDE Norm als europäische Sicherheitsnorm zu finden. Aktuell liegt sie in der Fassung 2014 vom Juli 2015 vor.

Korrespondierend zu dieser Norm wurde 1988 die Unfallverhütungsvorschrift "VBG 93" veröffentlicht, die den Umgang mit Lasereinrichtungen und Lasergeräten entscheidend weiter vertiefte und vor allem, wie genannt, auf die Unfallverhütung ansetzte. Diese noch sehr rudimentäre UVV (im Gegensatz zur heutigen OStrV und TROS) war bereits wegweisend und einschränkend, was den Umgang und die öffentliche Inbetriebnahme von Lasern anbelangte. Erstmalig waren Lasereinrichtungen und Laser reglementiert.

Weitergehend hierzu wurde im Jahre 2007 die BGV-B2 mit begleitenden Durchführungsanweisungen veröffentlicht, welche die Erkenntnisse und Erfahrungen der vergangenen Jahre enthielt und weiter vertiefte. Trotzdem waren mir schon damals diese Ausführungen nicht ausführlich genug und liessen sehr viel Platz für Interpretationsspielraum, was von verschiedenen Seiten auch reichlich ausgenutzt wurde.

2010 dann erfolgte die Veröffentlichung der OStrV, der "Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung". Diese kurze, 7-seitige Publikation war eher als Zusammenfassung und Information zu sehen, zu einfach waren die Informationen. Erst im Jahr 2015 wurde die OStrV dann mit den TROS, den Technischen Regeln zu künstlicher optischer Strahlung" ergänzt, einer sehr umfangreichen und fortschrittlichen Sammlung detaillierter Beschreibungen diverser Lasereinrichtung.

Ich werde peu-a-peu ein wenig über die aktuellen Vorschriften referieren, vor allem im Umgang mit Linienlaser und Kreuzlaser, die zwischenzeitlich einen berechtigten Sonderstatus in den TROS einnehmen.

Mehr demnächst.
www.lasershop.de